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Linda Christa Friedrich | M.A. Interaction Design
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Masterthesis – Mehr Orientierung bei der Produktkennzeichnung

schwerpunkte


04||2013 bis 09||2013
Masterthesis
Betreuung: Prof. Dr. Christine Goutrié, Constanze Langer

Mehr Orientierung bei der Produktkennzeichnung
In den letzten Jahren ist eine Veränderung im Kaufverhalten der Verbraucher zu erkennen. Immer mehr Menschen kaufen mehr Produkte aus ökologischer und fairer Produktion. Anhand von verschiedenen statistischen Datenquellen wird dieser Wandel nachvollzogen. Darüber hinaus wurde die Meinung der Verbraucher zu den Produktkennzeichnungen, ihrem Einkaufsverhalten sowie ihrem entgegengebrachten Vertrauen anhand von verschiedenen Statistiken und einer erstellten Umfrage untersucht.

Aus den Erhebungen war herauszulesen, dass Lebensmittel einen höheren Stellenwert als andere Produktgruppen haben. Vor allem sind dem Verbraucher Waren des alltäglichen Verbrauchs wie Obst, Gemüse, Getreide und Tierprodukte wichtig. Speziell besteht ein verstärktes Bedürfnis nach mehr Produktinformationen, die verständlich, nachvollziehbar, einfach und einheitlich gestaltet sind. Besonders groß ist das Interesse zum einen für die verwendeten Inhaltsstoffe und zum anderen für die Produktionsbedingungen bzw. Herkunft.

Konzept
Verbraucher erhalten während des Einkaufs durch eine Applikation klare und verständliche Produktinformationen, die mit Hilfe von visuellen Elementen vermittelt werden. Dabei werden dem Nutzer nur die Informationen bereit gestellt, die für ihn relevant sind. Mittels der Entwicklung drei verschiedener Personas konnten die wichtigsten Themen für die Applikation herauskristallisiert werden. Zu jeder Persona wurden ein Anwendungsszenario erstellt, um die Funktionen der Applikation zu klären.

Themen
…Allergiehinweis
…Zutatenliste
…natürliche oder künstliche Zutaten
…pflanzliche oder tierische Zutaten
…Zusatzstoffe
…Nährwerttabelle / Tagesbedarf
…gesundheitliche Wirkung der Zutat im menschlichen Organismus
…Funktion der Zutat im Lebensmittel
…Hinweis bei gesundheitliches Risiko einer Zutat

Funktionen
…Filtern der Informationen
…Informationen hinzufügen / entfernen
…Barcode einscannen bzw. Code eingeben
…Informationen in Übersicht darstellen
…Einkaufsliste erstellen / bearbeiten / entfernen
…Reihenfolge der Produkte in der Einkaufsliste nach Anordnung im Supermarkt sortiert.
…Während Einkauf die Produkte vor Ort mit den Produkten in der Einkaufsliste abgleichen.
…Profil erstellen / bearbeiten

Aufteilung der Themen

Durch die Personas wurden die Themen Unterscheidung von tierischen und pflanzlichen Zutaten, Hervorhebung von Zusatzstoffen und Allergenen/Unverträglichkeiten sowie Details zur Funktion und Wirkung der Zutat benannt. Die Themen teilen sich in zwei Informationsebenen auf:

Die erste Ebene bezieht sich auf die Art der Zutat – ob sie zu den tierischen, pflanzlichen oder den Zusatzstoffen zählt.

Die zweite Ebene konzentriert sich auf die Eigenschaften – gesundheitliche Wirkung im Körper sowie der Funktion im Lebensmittel.

Informationsebene 1: Kategorie der Zutat

Für eine visuelle Umsetzung der Kategorien sind zu viele Gruppen nicht sinnvoll. Zu viele verschiedene Elemente können den Nutzer visuell überreizen und verwirren. Die Einteilung in Produkte pflanzlichen Ursprungs, tierischen Ursprungs, Hilfsstoffe und Essenzielle Stoffe reichen aus, um alle Zutaten aus einer Zutatenliste einzubeziehen.

Die Aufteilung des Bildschirms in vier Bereiche, denen je eine Kategorie zugeordnet ist, fördert eine klare Aufteilung. So ist dem Nutzer schneller ersichtlich, welche Zutaten zu einer Gruppe gehören und wieviel von welcher Kategorie drin ist. Je nachdem, wie die einzelnen Zutaten dargestellt werden, bieten sich folgende Aufteilungen an.

Füllbalken horizontal
Der Mengenanteil der Zutaten wurde in einem horizontalen Füllbalken visualisiert. In breiten Balkensegmenten haben Icon und Schriftzug darin Platz. Bei schmalen Balkensegmenten wurden Begriffe und Icons über oder unter des Füllbalken positioniert. Die Reihenfolge der Zutaten ergibt sich aus der Zutatenliste.

Füllbalken vertikal
In dieser Variante wurde ein vertikaler Füllbalken angewendet. Die Schriftzüge können direkt neben dem Balkensegment stehen. Durch die gleiche vertikale Anordnung wird die Zuordnung zwischen Schriftzug und Balkensegment für den Nutzer einfacher.

Gruppierung 2mal2
In den nächsten Darstellungsvarianten werden alle Zutaten in die vier Kategorien eingeteilt. Je nach Darstellungsvariante sind diese Bereiche unterschiedlich angeordnet. Die Reihenfolge der Zutaten in den Kategorien ergibt sich aus dessen Mengenanteil im Lebensmittel.

In dieser Variante stehen die Zutaten pflanzlichen und tierische Ursprungs oben und die Hilfsstoffe sowie Essentielle Stoffe unten.

Gruppierung horizontal
Alle vier Kategorien stehen horizontal nebeneinander.

Kreisdiagramm
Im Kreisdiagramm ist die Reihenfolge der Kategorien im Uhrzeigersinn wie folgt: tierische Zutaten, Essentielle Stoffe, Hilfsstoffe und pflanzliche Zutaten.

Ringdiagramm
Die Reihenfolge der Kategorien bleibt zum Kreisdiagramm gleich. Statt des Kreises wird jedoch ein Ring für das Diagramm verwendet.

Diese Darstellungsvariante wurde für den weiteren Designprozess verwendet. Durch den Ring wirkt der Bildschirm nicht so überfüllt und bietet mehr Platz für weitere Informationen. Zudem verkörpert der geschlossene Kreis/Ring mit seinen 360° die 100 Prozent eines Lebensmittel.

Informationsebene 2: Eigenschaften der Zutat

Die zweite Informationsebene beinhaltet die Wirkung der Zutaten im Körper, die Funktion der Hilfsstoffe im Lebensmittel sowie Kurzbeschreibungen der Zutaten. Aufbauend auf die Gestaltungsversion Ringdiagramm wird das Diagramm mit übernommen und im unteren Bildschirm angeschnitten dargestellt. Durch das Drehen des Ringes können alle beinhalteten Zutaten ausgewählt und dessen Informationen angesehen werden.

Wirkung im Körper
Die Silouette eines menschlichen Körpers soll als Hintergrund für diese Informationen dienen. Organe und andere Körperstellen, auf die die Zutat wirkt, werden in der Silouette hervorgehoben. Ist eine Zutat für den Menschen gefährlich, wird der gefährdete Bereich orange hervorgehoben.

Funktion der Hilfsstoffe
Die Zusatzstoffe gehören mindestens einer Funktionsklasse zu. Diese Funktionsklassen erklären, was die Zusatzstoffe im Lebensmittel bewirken. Durch Icons oder Animationen werden die Funktionen erklärt.

Der Workflow strukturiert auf drei Ebenen alle Screens mit dessen Interaktionen. Im Klick-Prototyp sind die einzelnen Screens mit dem letzten Stand der Visualisierung.